layersPhotoshop.jpgErnsthafte Bildbearbeitung kommt selten ohne Ebenen (bzw. layers) aus. Ebenen kann man sich vorstellen wie mehrere Folien, die auf einem Overhead-Projektor übereinander gelegt werden - das Endergebnis entspricht dann dem projezierten Bild. Wie viele und welche Ebenen es braucht hängt natürlich sehr vom zu bearbeitenden Bild ab; grundsätzlich sollte man versuchen jedes Objekt, das man manipulieren will, auf einer eigenen Ebene zu platzieren. Auf diese Weise kann man die Vorteile von Ebenen voll ausnutzen, nämlich dass man alle relevanten Objekte im Bild unabhängig voneinander manipulieren kann - z.B. was Position, Grösse, Färbung, oder Transparenz angeht.

Mit Ebenen arbeiten

Zum einfacheren Umgang mit Ebenen gibt es den Ebenen-Browser, in dem man beispielsweise die Reihenfolge der Ebenen verändern kann (durch ziehen), oder einzelne Ebenen ein- und ausblenden kann (Pixlr: Häkchen rechts). Auch welche der Ebenen gearde aktiv ist kann man hier durch einen einfachen Klick auf die Miniaturansicht festlegen (Pixlr: Ebene wird im Browser blau hinterlegt). Das ist wichtig, weil alle Bildmanipulationen (z.B. Markieren, Ausschneiden, Einfärben, Anmalen, ...) nur auf der momentan aktiven Ebene ausgeführt werden! Es kann also zu unerwarteten Ergebnissen führen, wenn nicht die richtige Ebene markiert ist - oder wenn die markierte Ebene gesperrt ist (Schloss-Symbol).
Letzteres ist ein übliches Problem für Anfänger, da die erste/unterste Ebene beim Öffnen eines Bildes oft standardmässig gesperrt ist (z.B. in Pixlr oder Photoshop). Das hat damit zu tun, dass man diese "Hintergrundebene" eigentlich zur Sicherheit unverändert behalten und lieber mit einer darüberliegenden Kopie arbeiten sollte (Ebene duplizieren). In Pixlr kann man aber auch einfach die Hintergrundebene durch einen Doppelklick auf das Schloss-Symbol entsperren.

Eigenschaften von EbenenBildschirmfoto_2012-02-10_um_14.10.13.png

Textebenen

Text gehört auf eine eigene Ebene, in vielen Programmen (z.B. Pixlr) geht das gar nicht anders. Das hat unter anderem damit zu tun, dass Schriften meist in einem Vektorformat vorliegen - so kann man sie besser einfärben und verlustfrei skalieren. In manchen Programmen gibt es auch generell die Möglichkeit Vektorebenen für geometrische Objekte einzufügen, in Pixlr geht das nicht.

Ebenenstil

Oft kann man einzelnen Ebenen bestimmte Effekte wie beispielsweise Schlagschatten zufügen - Sinn macht das natürlich nur, wenn die Ebene ein isoliertes, freigestelltes Objekt enthält. In Pixlr finden sich einige (wenige) solcher Einstellungen unter Ebenen -> Ebenenstil.

Transparenz/Deckkraft

Jede Ebene kann als Ganzes mehr oder weniger durchsichtig gemacht werden, so dass Pixel auf darunterliegenden Ebenen zu einem gewissen Grad durchscheinen. Den entsprechenden Schieberegler muss man in Pixlr allerdings erst einblenden, und zwar durch einen Klick auf den Knopf ganz unten links im Ebenenbrowser.

Modus

Auch an die Einstellung für den (Überblend-)Modus einer Ebene kommt man über den Knopf ganz unten links im Ebenenbrowser. Der Modus bestimmt, auf welche Art die Pixel einer Ebene mit den darunter liegenden Pixeln gemischt werden. Im Normal-Modus werden Pixel einfach ihrer Transparenz entsprechend überlagert, bei einer Deckkraft von 100% sieht man also letztendlich nur das obere Pixel, alle darunter liegenden werden vollkommen überdeckt. Mithilfe der anderen Modi kann man Ebenen auf andere Arten mischen, z.B. können Farbinformationen addiert, subtrahiert, multipliziert oder invertiert werden ( - letztendlich sind Farben für den Computer schliesslich nur Zahlen). Oder es bleibt immer die hellere oder die dunklere Farbe sichtbar, oder es wird die Differenz dargestellt, ... Da Informationen von darüber und darunter liegenden Ebenen mit einbezogen werden, können Ebenenmodi zu "natürlicher" wirkenden Überblendungen führen, den für eine gegebene Situation passenden Modus zu finden erfordert aber eine gewisse Erfahrung, oder zumindest Experimentierfreude ("multiply" oder "overlay" lohnen sich meiner Erfahrung nach am ehesten auszuprobieren).

Speichern von Ebenen

Wird ein Bild in einem der üblichen Grafikformate gespeichert gehen die Ebenen meist verloren - gespeichert wird das "projezierte" Bild, nicht die einzelnen Folien. Will man ALLE Informationen speichern (inkl. Ebenen, Masken, etc.) sollte man das Bild im nativen (also zu genau diesem Programm gehörenden) Format speichern - bei Pixlr heisst dieses .pxd (Photoshop: .psd). Es empfiehlt sich, immer eine Version im nativen Format zu behalten, nur so kann man ggf. später genau dort weiterarbeiten, wo man aufgehört hat.