Der Farbraum gibt an, auf welche Weise eine Farbe durch Zahlen angegeben wird. Der Computer merkt sich normalerweise jeweils eine Zahl pro Pixel, aber diese Zahl ist meist aus verschiedenen Zahlen (je eine pro Farbkanal) zusammengesetzt - im vom Computer benutzten Binärsystem macht es praktischerweise keinen Unterschied ob man das Ganze als eine Zahl ansieht oder als mehrere, so wie man die Zahl 369 ja auch als drei Zahlen - 3, 6, und 9 - ansehen könnte. Der einzige Unterschied ist der, dass das im uns geläufigen Dezimalsystem nur mit Zehnerpotenzen geht, während das Binärsystem grundsätzlich mit Zweierpotenzen arbeitet, z.B. 2 hoch 8 (8 Bit = 256 Farben) oder 2 hoch 24 (24 Bit = 16.7 Mio Farben).

RGB (Red Green Blue Alpha)RGBvsCMYK.png

Monitore mischen Farben aus den drei Grundfarben Rot, Grün, und Blau. Da die Pixel leuchten, werden die Farben hier additiv aus Licht verschiedener Wellenlängen zusammengemischt - ganz viel von jeder Farbe ergibt also weiss. Umgekehrt ergiebt sich schwarz, wenn alle drei Farbkanäle den Wert Null haben.
Auch in der Bildbearbeitung wird dieser Farbraum häufig benutzt, oft kann man auch die einzelnen Farbkanäle separat beeinflussen und so z.B. nur die roten Anteile eines Bildes verändern. In manchen Formaten kommt ausserdem noch ein vierter Kanal dazu: der sogenannte Alpha-Kanal wird benutzt um anzugeben, wie transparent das jeweilige Pixel ist.

CMYK (Cyan Magenta Yellow Black)

Drucker mischen Farben nicht aus Licht, sondern aus Tinte oder sonstigen Farbpartikeln. Genau wie z.B. bei Wasserfarben ist das eine subtraktive Mischung, ganz viel von allen Farben ergiebt hier schwarz. Dass die Farbe schwarz hier meist als separater Kanal geführt wird hat damit zu tun, dass man auf diese Weise schwarz/weissen Text nicht aus den drei Grundfarben zusammenmischen muss und so farbige Tinte sparen kann.
Wenn man ein Bild ausdruckt, wird es intern in den CMYK-Farbraum des Druckers umgewandelt. In Situationen wo die ausgedruckte Farbe ganz genau stimmen muss, kann man diese Umwandlung auch schon vorher in einem Bildbearbeitungsprogramm vornehmen.

LAB (Luminanz CromaA ChromaB)lab.jpg

Der LAB-Farbraum hat ebenfalls drei Kanäle, hier steht einer für die Helligkeit (geht von schwarz bis weiss), während die anderen beiden jeweils eine Farbspanne (zwischen grün und rot, bzw. zwischen gelb und blau) angeben. Auch auf diese Weise kann man alle möglichen Farben angeben, genau genommen ist der LAB-Farbraum sogar etwas grösser als die anderen, d.h. er beinhaltet auch einige Farbtöne, die mit den anderen Farbräumen nicht angegeben (und z.B. vom Monitor nicht dargestellt) werden können.
Wie die schematische Darstellung rechts verdeutlichen soll, hat der LAB-Farbraum ausserdem den Vorteil, dass sich Eigenschaften wie Helligkeit (= Luminanz), Sättigung oder Farbton sehr einfach graduell verändern lassen. Aus diesem Grund benutzen professionelle Bildbearbeitungsprogramme oft intern das LAB-Farbmodell.
Für den Laien relevanter ist wohl die Information, dass auch das jpg-Format intern den LAB-Farbraum benutzt, und zwar aus folgendem Grund: Das menschliche Auge ist für kleine Unterschiede in der Helligkeit viel empfindlicher als für Unterschiede im Farbton. Ein Teil der Kompression des jpg-Formats kommt daher, dass der Luminanz-Kanal mit grösserer Präzision (=Farbtiefe) gespeichert wird als die beiden Chroma-Kanäle. Zwar geht auf diese Weise in den Farbkanälen Information verloren, aber der Unterschied ist für das Auge nicht wahrnehmbar - so lange man es nicht übertreibt mit den Kompressionseinstellungen.

Web Farben

Im Internet (aber auch in Bildbearbeitungsprogrammen) trifft man meist auf RGB(A)-Farben, die mit Hexadezimalwerten angegeben werden. Im Hexadezimalsystem gibt es 16 Ziffern, nämlich die aus dem Dezimalsystem bekannten ersten zehn (0 bis 9) und dann noch die Buchstaben A bis F (A = 10, B = 11, ..., F = 15). Mit zwei solchen Ziffern kann man die Werte 00 (=0) bis FF (=255) darstellen, und das macht man so für jeden Kanal - die ersten zwei Ziffern geben also die Menge Rot an, die nächsten zwei bestimmen die Menge Grün, dann kommen zwei Ziffern für Blau (und in seltenen Fällen dann noch zwei für die Transparenz). Die Hexadezimalzahl #00FF00 steht also für ein volles Grün (Maximalwert für den Grün-Kanal, nichts für die anderen Farben), während #808080 ein mittleres Grau ergibt (umgerechnet der Dezimalwert 128 für alle Kanäle). Weitere Beispiele:
websafecolors.gif