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Fortgeschrittene Bildbearbeitung ist hauptsächlich eine Frage von Sorgfalt und Kreativität, solange man ein paar wenige Grundkonzepte verstanden hat - insbesondere geht es ums Auswählen, sowie um die Benutzung von Masken und Ebenen. Hier habe ich versucht, die wichtigsten dieser Grundkonzepte knapp zusammen zu fassen. Zwar wird hier Manches am konkreten Beispiel von Pixlr erklärt, aber dieselben Konzepte finden sich in sehr ähnlicher Form auch in allen anderen Bildbearbeitungsprogrammen, bis hin zu professionellen Werkzeugen wie Photoshop oder Gimp.

Auswahl

Bei der Bildbearbeitung will man häufig nur bestimmte Teile eines Bildes verändern, und dazu muss man sie zunächst auswählen. Genau dieauswahl.png richtige Auswahl zu erstellen ist oft ein schwieriger und langwieriger Prozess, aber eine gewisse Sorgfalt ist extrem wichtig für die Qualität des Endergebnisses.
Wie genau die üblichen Auswahlwerkzeug funktionieren, findet man am besten durch Ausprobieren heraus (Anleitungen: Auswählen und Freistellen). In der Praxis muss man fast immer mehrere Auswahlmethoden kombinieren, indem man eine neue Auswahl zu einer existierenden hinzufügt (SHIFT gedrückt halten) oder von der existierenden abzieht (CTRL gedrückt halten). Ausserdem kann man eine Auswahl invertieren (umkehren, also auswählen, was bisher nicht ausgewählt war; CTRL - I) oder aufheben (CTRL – D). Alles (also das ganze Bild, bzw. die momentan aktive Ebene) kann man, wie üblich, mit CTRL – A auswählen.
Auswahlwerkzeuge haben verschiedene Optionen, wichtig sind:
  • Feather: Teilweise durchsichtiger Rand um die Auswahl
  • Anti-alias: Glättung der Auswahl
  • Toleranz (Zauberstab): Wie genau die ausgewählten Farben übereinstimmen müssen

Masken

Mit einer Maske kann man Teile des Bildes abdecken und damit (graduell) unsichtbar machen. Eine Maske ist wie eine Ebene, die nur eine einzige Farbe enthalten kann. Diese Farbe wird allerdings nicht selbst dargestellt, sondern sie maskiert die zugehörigen Pixel im eigentlichen Bild – je mehr Farbe ein Pixel in der Maske hat, desto transparenter wird das zugehörige Pixel in der zugehörigen Ebene.
Eine neue Maske erstellt man durch Rechts-Klick auf eine Ebene (add layer mask), die Maske ist üblicherweise komplett weiss, die zugehörige Ebene ist damit komplett überdeckt. Um das zu ändern kann man die Maske bemalen (mit einer beliebigen Farbe, auf der Maske wird jede Farbe in neongrün dargestellt) und damit die zugehörige Ebene (teilweise) sichtbar machen. Wenn man dabei eine reduzierte Deckkraft benutzt, werden die bemalten Pixel entsprechend teilweise transparent.
Meistens erstellt man eine Maske erst, nachdem man schon eine (grobe) Auswahl getroffen hat – die neue Maske ist dann für die ausgewählten Bereiche schon transparent, kann später aber durch malen/radieren noch entsprechend angepasst werden. Masken ermöglichen also, eine (komplizierte) Auswahl zu verfeinern und zu speichern, so dass man sie zu einem beliebigen Zeitpunkt wieder verändern kann.
Die grundlegende Idee von Masken ist es, Pixel die man nicht haben möchte unsichtbar zu machen anstatt sie zu löschen. Der grosse Vorteil dabei ist, dass man die Sichtbarkeit/Transparenz eines Pixels später auch wieder ändern kann - gelöschte Pixel sind dagegen in der Regel nicht so einfach wieder herzustellen.

Ebenen (layers)

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Eine der wichtigsten Grundideen der Bildbearbeitung ist es, die verschiedenen Teile des Bildes auf verschiedene Ebenen zu verteilen. Ebenen
kann man sich vorstellen wie übereinander gestapelte Folien. Die Folien sind im Prinzip durchsichtig, nur wo sie Farbe enthalten überdeckt diese die entsprechenden Pixel der darunterliegenden Folien.
Verschiedene Gründe sprechen für die Benutzung von Ebenen:
  • man kann einzelne Bestandteile des Bildes unabhängig voneinander bearbeiten
  • man bleibt flexibel und kann Einzelteile später wieder verändern, löschen, umordnen, etc.
  • man kann die Eigenschaften der Ebenen (Transparent, Modus) einzeln verändern und damit kompliziertere Kompositionen zusammenstellen
  • man kann einzelne Ebenen ein- oder ausblenden, z.B. um besser arbeiten zu können oder verschiedenen Zusammenstellungen auszuprobieren
Grundsätzlich sollte man sich bemühen, jedes unabhängige Teilstück eines Bildes auf eine eigene Ebene zu platzieren. Nicht benötigte Teile einer Ebene sollte man lieber maskieren als löschen, oft gibt es noch nachträgliche Korrekturen an der Auswahl, und auch teilweise transparente Bereiche lassen sich so besser beherrschen. Meist behält man auch das ursprüngliche Bild auf einer eigenen (ausgeblendeten) Eben, zur Sicherheit.

historie.pngRückgängig machen

Einzelne Schritte kann man mit den üblichen Tastenkombinationen Rückgängig machen oder erneut anwenden (CTRL – Y, CTRL – Z), allerdings sind die Z- und die Y-Taste auf deutschen Tastaturen gerade vertauscht, und man muss sie daher genau umgekehrt verwenden. Besser ist es, das Historie-Fenster zu verwenden, hier kann man bis zu 20 Bearbeitungsschritte zurück nehmen - weiter zurück reicht das Gedächtnis des Programms leider nicht.

Speichern/exportieren

Jedes Bildbearbeitungsprogramm bietet verschiedene Grafikformate zur Speicherung an, man steht daher oft vor der Frage, in welchem Format man sein Produkt nun speichern soll. Diese Frage ist allerdings nicht so leicht zu beantworten, vieles hängt davon ab, was man mit dem Bild eigentlich anfangen will.
Da man selten ganz sicher sein kann, dass man jetzt wirklich fertig ist, gibt es eine erste einfache Regel: man sollte immer eine Arbeitskopie im nativen Format des benutzten Programms haben (bei Pixlr: PXD). Der Nachteil ist, dass andere Programme dieses Format wahrscheinlich nicht verstehen und damit die Datei nicht öffnen können. Der Vorteil ist, dass alle Informationen (z.B. zu Ebenen, Masken, etc.) ohne Qualitätsverlust gewahrt bleiben, man kann also genau da weiterarbeiten, wo man aufgehört hat.
Das Endprodukt will man allerdings meist in einem anderen Kontext/Programm benutzen, hier muss man sich entscheiden. Kurz und grob:
  • PNG wenn nichts für ein anderes Format spricht und/oder wenn man graduelle Transparenz benötigt
  • JPG für effizientes Speichern von Fotos (Bilder mit wenig harten Kanten). Achtung: Qualitätsverlust!
  • GIF wenn es besonders auf die Dateigrösse ankommt und wenige Farben benötigt werden (z.B. Web-Logos) - (komplett) Durchsichtig gilt hier auch als Farbe
  • TIFF für Ausdrucke in guter Qualität. Achtung: Grosse Dateien!
Ein weiterer Faktor ist, in welcher Grösse, bzw. Auflösung man das Bild speichert. Verändert wird das unter Bild -> Bildgrösse, wie viele Pixel man hier einstellt hängt natürlich sehr vom Verwendungszweck ab. Eine scharfe Darstellung bekommt man, wenn man für jeden Pixel auf dem Bildschirm (dazu muss man dessen Auflösung wissen) mindestens einen Pixel im Bild hat. Heute übliche Bildschirmauflösungen sind meist zwischen 1024x768 bis 1440x900, so viele Pixel braucht man also für ein Bild, das man auf dem gesamten Bildschirm darstellen will. Für einen guten Ausdruck rechnet man ungefähr das Dreifache - ein Bild mit derselben Auflösung wie ein Bildschirm erscheint also unscharf, wenn es auf mehr als Postkartengrösse gedruckt wird.
In Pixlr kann man Bilder natürlich auch vergrössern, das geht jedoch immer mit Qualitätsverlust einher, da die fehlenden Pixel dazuerfunden (interpoliert) werden müssen – z.B. indem als Farbe jeweils der Durchschnitt der angrenzenden Pixel angenommen wird. Je nach Bild und Vergrösserungsfaktor kann das zu deutlich sichtbaren Artefakten führen, wenn möglich sollte man es vermeiden, Bilder stark zu vergrössern.