Die Kurzübungen sind dazu gedacht, einzelne Werkzeuge und Techniken der Bildbearbeitung anhand von einfachen Beispielen vorzustellen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sie selbst auszuprobieren - sozusagen als Vorübung zu den komplizierteren (und realistischeren) Aufgabe auf den anderen Seiten.

Aufblasen- & Zusammenziehen-Werkzeug AufblasenWerkzeug.gif

Diese beiden Werkzeuge werden oft beim retouchieren von Fotos benutzt, z.B. um die Taillie schmaler oder die Lippen voller zu machen, ohne dass man dem fertigen Bild diese kleinen Verfälschungen ansieht. Die Benutzung ist sehr simpel: man klickt auf die Stelle im Bild, deren Umgebung man verändern möchte, und alle Pixel innerhalb des gewählten Radius werden ein wenig vom Mittelpunkt weg (aufblasen) oder zum Mittelpunkt hin (zusammenziehen) gerutscht. Wie sehr die Pixel pro Klick verrutschen wird über den Optionswert "Stärke" eingestellt. Wenn die Veränderung unauffällig sein soll, lohnt es sich, hier kleine Werte (~ 10 - 30) zu wählen.
Auf diese Weise werden oft die Körper- oder Gesichtsform von Models verändert, um sie dem gängigen Schönheitsideal anzupassen - man kann damit aber auch auffällige Züge betonen und aus einem realistischen Foto eine Karrikatur erstellen.

Vorher/Nachher - Beispiele: (mit der Maus auf die Bilder zeigen, kann kurz dauern)



Ausprobieren:

  • Suchen sie sich ein Bild und verhelfen sie dem Abgebildeten (sich selbst?) zur (Alp-)Traumfigur
  • Versuchen sie das Gesicht des Mädchens so zu verändern wie im Beispiel gezeigt

Kopierstempel-WerkzeugKopierstempelWerkzeug.gif

Dieses Werkzeug kann für viele Zwecke eingesetzt werden, am häufigsten wird es wohl benutzt um störende Objekte aus einem Bild zu entfernen. Im Prinzip ist der Kopierstempel einfach ein Pinsel, allerdings malt er nicht mit einer bestimmten Farbe, sondern mit den Pixeln aus einem anderen Teil des Bildes. Damit das funktioniert, muss man zunächst angeben von wo im Bild die zu kopierenden Pixel kommen sollen - dazu hält man CTRL gedrückt (der Cursor wird zum Fadenkreuz) und klick an die Stelle, von der die Pixel genommen werden sollen. Dann lässt man CTRL los und übermalt die störenden Stellen (die Quelle der kopierten Bildinformationen bewegt sich relativ zum Pinsel).
Auf diese Weise kann man beispielsweise ein kleines Tatoo mit angrenzenden Hautpartien ersetzen, oder eine Hochspannungsleitung aus einem Panoramabild entfernen. Wirklich unauffällig wird das natürlich nur, wenn man sorgfältig arbeitet - und wenn man irgendwo im Bild Stellen findet, die so aussehen wie das, was hinter dem zu entfernenden Objekt ist. Umgekehrt lässt sich dasselbe Werkzeug auch dazu einsetzen, um einzelne Motive im Bild zu vervielfältigen.

Vorher/Nachher - Beispiele: (mit der Maus auf die Bilder zeigen)



Ausprobieren:

  • Benutzen sie den Kopierstempel um die Piercings zu entfernen (s. oben)
  • Benutzen sie den Kopierstempel um die Entenküken zu klonen (s. oben)


Tilt-Shift Filter

Tilt-Shift ist ursprünglich der Name für eine bestimmte Foto-Technik, es geht darum bestimmte Teile eines Fotos absichtlich unscharf zu machen um bestimmte visuelle Eindrücke zu erzielen. Das Besondere an diesem Effekt ist, dass er den Eindruck erweckt als sei das Motiv nur ein kleines Spielzeugmodell. Inzwischen muss man dazu keine besonderen Objektive mehr kaufen, man kann den Effekt ganz einfach in der Nachbearbeitung hinzufügen - und weil der Tilt-Shift-Effekt in letzter Zeit so beliebt ist (z.B. dieser Videoclip), gibt es auch in Pixlr einen entsprechenden Filter (Filter --> Fokus verschieben).
Am besten funktioniert es, wenn das Bild auf das der Effekt angewendet wird ein deutliche Tiefenwirkung hat, sehr zweidimensionalen Bildern wirken einfach nur unscharf.

Vorher/Nachher - Beispiel:


Ausprobieren:

  • Suchen sie ein Bild mit viel Tiefe und wenden sie den "Fokus verschieben"-Filter an
  • Sie können auch das BernPanorama von oben benutzen
  • Wenn sie schon dabei sind können sie auch mit anderen Filtern ein wenig experimentieren


Ausgewählte Bereiche manipulieren (z.B. entfernen, verzerren oder einfärben)

Die bisherigen Beispiele waren insofern ungewöhnlich, als dass sie ohne Auswahl von Bildbereichen ausgekommen sind. Jetzt geht es darum, das Auswählen an einem einfachen Beispiel zu üben und die ausgewählten Bereiche in verschiedener Art zu verändern, z.B. mit den Befehlen
  • Bearbeiten -> Löschen (Oder einfach die Delete-Taste drücken)
  • Bearbeiten -> Frei Transformieren ... (Drehen, Breite, Höhe oder Position ändern; muss mit Enter bestätigt werden)
  • Bearbeiten -> Free Distort ... (Verzerren; muss mit Enter bestätigt werden)
  • Anpassen -> Farbton & Sättigung (Wenn Colorieren gewählt ist werden auch schwarze/weisse Bereiche eingefärbt)
Im untenstehenden Beispiel wurden diese Befehle (jeweils nach Auswahl der entsprechenden Bereiche) benutzt um (1) den Hintergrund zu entfernen, (2) Homers Kopf zu verzerren, und (3) den Schatten grau zu färben.

Vorher/Nachher - Beispiel:


Ausprobieren:

  • Vollziehen sie das obige Beispiel an Homer nach, oder probieren sie die beschriebenen Manipulationen an einem eigenen Beispiel aus (Zeichnungen bieten sich zum Üben des Auswählens an)


Schminken

Auch das Make-up wird oft erst während der Retousche hinzugefügt oder verändert, schon allein weil virtuelle Schminke eher einfacher aufzutragen ist als echte. Um beispielsweise Lippen rot zu schminken erstellt man einfach eine neue (durchsichtige) Ebene und malt darauf die Lippen mit einem angemessenen Pinsel nach - die Farbe ist nicht so wichtig, die kann auch später noch angepasst werden. Dasselbe macht man für Lidschatten, Rouge, etc., jeweils auf einer eigenen Ebene. Dann muss man nur noch die Stärke (Deckkraft der Ebene) und den Blend-Modus einstellen - für Make-up bietet sich meist der Modus "Multiply" an, da muss man im Einzelfall ggf. ein wenig experimentieren.

Technik & Beispiel:

schminken_screenshot.png

Ausprobieren:

  • Suchen sie ein Portrait (z.B. das von oben) und tragen sie virtuelle Schminke auf



Haut glätten

Auch Models haben keine so makellose Haut wie die meisten Hochglanz-Fotos es erscheinen lassen, dahinter stecken in Wirklichkeit einfache Bildbearbeitungstechniken zum Glätten der Hautpartien in einem Foto. Einfach gesprochen funktioniert das so: Man erstellt eine neue Ebene, die nur die Hautpartien des Fotos enthält - alles andere wird mit den üblichen Mitteln entfernt oder - besser - maskiert. Die Hautpartien dieser neuen Ebene werden dann zu einem gewissen Grad weichgezeichnet, beispielsweise durch Anwendung eines Gaussian Blur Filters. Dann stellt man noch die Deckkraft und evtl. den Blend-Modus der Haut-Ebene ein (s. Screenshot unten), und fertig ist die Pfirsichhaut.

Technik & Beispiel:

HautGlätten.png


Ausprobieren:

  • Glätten sie die Hautpartien eines beliebigen Fotos, oder des Mädchens aus obigem Beispiel