Bei der Bildbearbeitung will man häufig Teile eines Bildes/einer Ebene löschen, z.B. um ein Objekt in einem Bild freizustellen und es dann in ein anderes Bild hineinmontieren zu können. Anstatt die ungewollten Pixel zu löschen, benutzen versierte Bildbearbeiter Masken.
Im Prinzip ist eine Maske so etwas wie eine Schablone: wenn man sie benutzt, bleiben nur diejenigen Teile eines darunterliegenden Blattes übrig, die nicht von der Schablone verdeckt waren. Das Besondere an Masken ist nun allerdings, dass die verdeckten Pixel nicht wirklich gelöscht werden - sie werden einfach nur unsichtbar gemacht. Das hat mindestens zwei grosse Vorteile: Erstens gehen die abgeschnittenen, bzw. verdeckten Pixel nicht verloren, man kann sich also später immer noch entscheiden, sie doch wieder sichtbar zu machen. Zweitens muss die Maske ein Pixel nicht unbedingt vollständig verdecken, stattdessen kann man es auch teilweise transparent machen.

Mit Masken arbeiten

Eine Maske erstellt man mit Ebene --> Add layer mask (oder Kontextmenü des Ebenenbrowsers), das erzeugt normalerweise eine komplett weisse Maske, welche die zugehörige Ebene komplett maskiert, also unsichtbar macht. Eine Ausnahme (und ein guter Tipp): gibt es bereits eine Auswahl, wenn der Befehl "Add layer mask" aufgerufen wird, dann ist die Maske an den ausgewählten Stellen transparent (wird in neongrün angezeigt). So können Masken dazu benutzt werden, eine Auswahl zu speichern - und ggf. später zu ändern oder verfeinern.
Masken speichern also die Information, wie transparent die korrespondierenden Pixel in der maskierten Ebene sein sollen - dargestellt wird das mit den Farben weiss (= völlig verdeckt) und neongrün (= völlig sichtbar). Um eine Maske zu verändern muss man sie nur im Ebenenbrowser markieren (eine rote Umrandung zeigt die Maske als aktiv an) und Farbe auftragen (z.B. mit dem Pinsel) oder entfernen (z.B. mit dem Radiergummi). Wählt man für den Pinsel weniger als 100% Deckkraft, dann werden die bemalten Stellen entsprechend teilweise abgedeckt - auf diese Weise lassen sich z.B. graduelle Übergänge erzeugen.

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Ein Beispiel

Ich will das Bild einer gelben Blume mit einem neuen Hintergrund versehen - dazu muss zunächst einmal die Blume freigestellt werden. In meinem Beispiel ist das einfach, da der Hintergrund einfarbig ist. Also: mit dem Zauberstab den Hintergrund auswählen - Auswahl umkehren - Maske hinzufügen. War die Auswahl gut, ist man jetzt schon fertig, andernfalls muss man die Maske evtl. noch etwas nachbessern (mit Pinsel & Radiergummi), bis der Hintergrund vollständig abgedeckt ist. Jetzt braucht es nur noch eine neue Ebene (unterhalb der Blume), die den neuen Hintergrund enthält - ich habe hier einfach grüne Farbe eingefüllt.
Will man nun beispielsweise noch ein einzelnes Blatt mit einer anderen Farbe versehen, ist das Vorgehen wieder ähnlich: Ich will das Blütenblatt in einer eigenen Ebene freistellen, also dupliziere ich die gesamte Blumen-Ebene und färbe sie ein (Anpassungen --> Farbton & Sättigung). Dann muss ich nur noch dafür sorgen, dass alles ausser dem Blatt von einer Maske verdeckt wird - ich habe es grob ausgewählt, in eine Maske umgewandelt, und müsste jetzt noch einige Details in der Maske bereinigen. Und wenn mir irgendetwas nicht gefällt kann ich sowohl den Farbton (oder sonstige Manipulationen), als auch die Maske zu jedem späteren Zeitpunkt wieder anpassen.